Baumschutz oder Baumnutz in der Saalachau?

Gefällt wird nach Lust und Laune, kein alter Baum bleibt stehen – Fotos: Gerd Spranger

Aktuell scheint die Devise in Bad Reichenhall klar ein „Baumnutz“ zu sein, nämlich die Fällung alter und gesunder Bäume. Das jedenfalls kam klar in zwei Beiträgen der regionalen Zeitung zum Ausdruck. Eine Bürgervereinigung will jetzt den ausufernden Baumfällungen nicht mehr tatenlos zusehen. Es habe zwar Gespräche mit der Stadt, dem Forst und Wasserwirtschaftsamt gegeben, doch das Maß der Fällungen der letzten Wochen scheint jedes vernünftige Maß verloren zu haben. Geht es um den reinen Profit?

Das so genannte Eschensterben kommt da wie gerufen, es werden aber auch Fichten und Buchen gefällt. Bei den Eschen werden viele der alten gesunden Bäumen einfach vernichtet. Ein gutes, gesundes und hartes Holz mit noch besseren Preisen am Markt. Von einer Sicherungspflicht von Wegen und Straßen kann keine Rede sein, wenn weitab davon mitten im Wald gefällt wird. Und überhaupt: will man jetzt jeden alten Baum entlang einer Straße fällen? Wolfgang Bittner aus Bad Reichenhall fragt zu Recht: „Wie viele Menschen kommen in Deutschland im Jahr ums Leben, weil ihnen beim Spazierengehen oder Radeln ein Ast oder Baum auf dem Kopf fällt?“   Weiterlesen „Baumschutz oder Baumnutz in der Saalachau?“

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Bleibt das Saalachufer erhalten?

Bäume und Büsche ragen bis zu zehn Meter über das Ufer der Saalach hinaus. Auch die Böschung entlang der Saalach ist bewaldet und bietet einen natürlichen Schutz. Wird hier demnächst alles abgeholzt und die natürliche Böschung durch eine sieben Meter tiefe Betonwand (Tunnel) ersetzt?

Bleibt das Saalachufer erhalten?

Eigentlich ist man um eine Renaturierung der Flüsse bemüht. In Bad Reichenhall ist man bereit einen ganz anderen Weg zu gehen. Wie viel Meter will der Unternehmer Max Aicher am Saalachufer stehen lassen? Einen Meter, fünf Meter, zehn Meter? Viel mehr werden es – wenn überhaupt – nicht sein. Dass die Bäume und Büsche hier alle geopfert werden dürfte wahrscheinlich sein. Das Ende einer Idylle.

Vielleicht soll der AuenTunnel ja auch ganz bis in die Saalach hinein gebaut werden. Max Aicher hüllt sich in Schweigen. Die Pläne sind nicht bekannt, es gibt keine Informationen dazu. Auf alle Fälle würde nur noch eine Uferseite, die Nonner Seite bleiben, um einem großen Hochwasser zu trotzen. Selbst in Piding fürchtet man schon heute die Folgen eines AuenTunnels. Hier ist man nämlich sehr bemüht die Saalach zu schützen.

Mehr zum Projekt lesen Sie auf:
https://proreichenhall.wordpress.com/

 

Das Hochwasser der Saalach

Das Hochwasser der Saalach aus dem Jahr 2013, aufgenommen vom Nonner Steg aus.

Wenn der Schnee in den Hohen Tauern und in den Kitzbüheler Alpen schmilzt, die weiten und langen Skihänge in Saalbach-Hinterglemm langsam grün werden, dann ist die Zeit des großen Hochwassers. Dann schwillt auch der so unscheinbar vor sich hinfließende Alpenfluss Saalach zu einem reisendem Strom an.

In Bad Reichenhall will man jetzt mit einem Auentunnel direkt entlang des Flussufers der Saalach, direkt durch die Saalachauen, einen drei Kilometer langen Tunnel bauen. Der Auwald wird vernichtet, sein Ökosystem ebenfalls und die Folgen für die Umwelt und die Stadt Bad Reichenhall sind nicht abzusehen.

Ein Video zeigt sehr deutlich die Naturgewalt der Saalach. Aufgenommen ist es vom Nonner Steg aus während des großen Hochwassers im Jahr 2013. Das Betreten des Steges erfolgte übrigens unter Lebensgefahr. Nur wer selbst gespürt hat, wie die ganze Brücke bebt, der Boden unter dieser Naturgewalt zittert, weiß was ‚hier abgeht‘:

Hier das Video – gefunden auf Youtube.

Der Auentunnel ist der Tod des Auen-Waldes

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!

Hier seht Ihr den Auwald der Saalachauen bei Bad Reichenhall in ihrer ganzen Pracht und Größe. Der noch verbliebene, 100 bis 20 Meter breite Streifen auf der linken Seite, soll nun einem Tunnel geopfert werden – direkt an der Saalach entlang – auf einer Länge von rund drei Kilometern. Acht Hektar Auwald sollen fallen inklusive des gesamten Ökosystems.

Hinter dem Bestreben steckt der Bauunternehmer Max Aicher, der gleichzeitig einer der Miteigentümer des Predigtstuhls ist (Hotel, Alm, Liftanlagen, Poschberg) und große Pläne verfolgt. Er hat es sogar geschafft, im Stadtrat eine Abstimmung für sein Projekt zu erwirken. Das Staatliche Bauamt Traunstein soll mit einer Prüfung der so genannten Variante AuenTunnel beauftragt werden.

Der Auentunnel ist der Tod des Auenwaldes

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